Trab reiten
Mit Trab bezeichnet man eine schnelle Pferdegangart im Zweitakt: Das jeweils diagonale Hufpaar fußt immer zeitgleich auf - dazwischen lediglich unterbrochen von einer kurzen Schwebephase. Das normale und dem Pferd angeborene Trabtempo ist der so genannte "Arbeitstrab" - auch "Gebrauchstrab" genannt.
Jeder Reitanfänger lernt dieses Tempo auf Schulpferden zuerst.
Beim "normalen" Dressurreiten werden im Wesentlichen vier Trabarten unterschieden: Neben dem "gängigen" Arbeitstrab sind es versammelter Trab, Mitteltrab und starker Trab. Das Reiten in den drei letzteren Trabarten gehört schon zu den fortgeschrittenen Lektionen. Es geht im Prinzip um Trittverkürzung (versammelter Trab) oder um Trittverlängerung (Mitteltrab und starker Trab); es geht um Verlangsamung des Tempos oder um Erhöhung des Tempos; es geht letztendlich um das vom versammelten Schritt - über den Arbeitrab - bis hin zum Mitteltrab und sogar starken Trab zunehmende "Schweben" des Pferdes mit der Vorderhand. Der zunehmende Schub aus der Hinterhand soll´s möglich machen. (In der hohen Schule der Reitkunst spielen zudem Piaffe, gewissermaßen ein Trab auf der Stelle mit geringer Vorwärtsbewegung, und Passage, Trab mit ausgedehnter Schwebephase und betont gehobenen Beinen, eine große Rolle).
Keine Frage: Das Reiten im Trab ist nicht ganz einfach. Der Trab bereitet nicht wenigen Reitern so genannte "Sitzprobleme". Je höher das Trabtempo wird, desto schwieriger wird auch das "Aussitzen" der Schwungbewegung des Pferdes. Entweder der Reiter sitzt - wie beim Aussitzen - "fest" im Sattel und versucht, die Bewegung des Pferdes auszugleichen, oder er versucht es mit "Leichttraben": Hier erhebt er sich bei jedem zweiten Schritt des Pferdes aus dem Sattel, um sich dann anschließend sofort wieder in selbigen hineinzusetzen. Dabei wird - in der Reitbahn - auf dem inneren Hinterfuß leicht getrabt. Das bedeutet Aufstehen, wenn innerer Hinterfuß und äußerer Vorderfuß nach vorne gehen, und Hinsetzen, wenn die beiden anderen Pferdebeine nach vorne gehen.
Wie lässt sich besser aussitzen - das Aussitzen und der Sitz im Allgemeinen verbessern? Ganz einfach eine Zeit lang ohne Steigbügel reiten! Dabei entwickelt sich mit der Zeit ein besseres Gefühl für den Takt und Schwung des Pferdes. Und: Das Pferd wird zunehmend im Rücken entlastet.
Am Ende sind dann beide im Gleichgewicht: Reiter und Pferd.