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  1. #25 Aktuell!!! Pferde tot durch Herpes-Virus!!!

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    Ven_Tus_2008
    habe gerade von jemanden gehört, dass die welle vor einiger zeit im süden deutschlands rum ging. da soll es aber soweit überstanden sein.
    Ja das stimmt, im Raum Stuttgart / Karlsruhe war es echt heftig, aber nun ist gott sei dank alles überstanden und keine neue Fälle mehr aufgetreten.

    Hier ein Auszug aus einem Bericht:

    Empfehlung des Verbandes

    Der Pferdesportverband Baden-Württemberg hat in Zusammenarbeit mit der Landestierärztekammer eine Empfehlung veröffentlicht. Hier der Wortlaut:
    „Im Raum Stuttgart und Karlsruhe sind einige Herpes-Virus-Fälle aufgetreten. In Abstimmung mit der Landestierärztekammer wird folgendes Vorgehen empfohlen:

    • In gefährdeten Betrieben sollte der Betrieb für 3 Wochen ruhen, d.h. keine Pferde dürfen aus dem Stall in einen anderen verbracht werden und es dürfen keine fremden Pferde auf die Anlage kommen.

    • Eine Kur mit Baypamun (5mal im Abstand von 2 Tagen) wird empfohlen. Die Kur sollte nach 4 Wochen wiederholt werden.

    • In gefährdeten Betrieben oder bei Pferden, die bisher nicht gegen Herpes-Virus-Infektionen geimpf waren, wird eine Not-Impfung mit Prevaccinol empfohlen.

    • Den Pferden sollten mindestens 14 Tage lang keine großen Anstrengungen abverlangt werden.“

    Und weiter heißt es. „Als einen gefährdeten Betrieb sehen wir einen solchen, indem die Erkrankung ausgebrochen ist oder einen Betrieb in den Pferde aus einem Bestand mit manifesten Erkrankungen verbracht worden sind.“

    Die Pferde in Eberhard Geigers Betrieb waren allesamt korrekt gegen Herpes geimpft. Nicht zuletzt deshalb ist der Nutzen der empfohlenen Maßnahmen in Reiterkreisen zum Teil umstritten, vor allem das Verabreichen von Baypamune wird belächelt. Zu Unrecht.
    Zugegeben, mit dem Paramunitätsinducer kann man keine Virusinfektion behandeln, möglicherweise aber ihr Auftreten verhindern. Baypamune stärkt das Immunsystem nachweislich, macht somit das Pferd weniger anfällig. Das gilt insbesondere dann, wenn es Belastungen ausgesetzt ist, neudeutsch formuliert, wenn das Pferd Stress hat. Und den hat es beispielsweise beim Transport, auf dem Turnier, bei einem Stallwechsel oder aber, wenn es sich mit Infektionserregern auseinandersetzen muss.

    Infektionen ohne Symptome

    Und das muss es immer mal wieder. Auch in Sachen Herpes. Fälle wie die aktuellen können überall auftreten. Vor allem an den beiden Virus-Subtypen EHV 1 und EHV 4 erkranken immer wieder Pferde. Das Problem: Die meisten Infektionen verlaufen symptomlos, schlummern quasi, das Gros der Pferde hat Antikörper gegen Herpes, war also irgendwann mit dem Virus in Kontakt. Einige dieser Infektionen aber bleiben lebenslang gefährlich. Ist das Immunsystem des Pferdes geschwächt, können sie jederzeit wieder „geweckt“ werden. Die Infektion wird reaktiviert, Viren werden ausgeschieden.
    Diese Gefahr lauert immer und überall, nicht nur derzeit und nicht nur im Raum Stuttgart und Karlsruhe. Das EHV 4-Virus beispielsweise, vermutete Ursache für die aktuellen Fälle, ist ein Globetrotter, das heißt, es kommt weltweit vor. Pferde und alle nahen Verwandten sind dafür empfänglich. Kommt dazu, dass das Virus ganz schön zäh ist. Zwar hat es Lösungsmitteln wie Chloroform oder Äther wenig entgegenzusetzen, auch Hitze, Säure und Fäulnis inaktivieren es schnell. Bei einer Temperatur von 20 bis 40 Grad Celsius dagegen kann es sich tagelang vermehren, im Bereich zwischen 22 und 25 Grad Celsius behält es seine Ansteckungsfähigkeit bis zu sieben Wochen, bei vier Grad Celsius sieben Monate.

    Auch indirekte Übertragung möglich

    Ausgeschieden wird es vor allem über das Nasensekret. Die Eintrittpforten sind die Schleimhäute des Atmungs- und Genitalapparates. Fohlen können sich bereits im Mutterleib anstecken. Hustende Pferde können das Virus direkt an ihre Nachbarn weitergeben.
    Aber auch die indirekte Übertragung durch Personen, Geräte und Ähnliches ist möglich. Konsequenterweise bedeutet das, dass was für Pferde in gefährdeten Betrieben empfohlen wird, auch für Menschen gelten sollte. Ausbilder, die Pferde oder Reiter auf verschiedenen Anlagen trainieren, sollten das ebenso wenig ohne Rücksprache tun wie Reiter an Lehrgängen teilnehmen oder auf Turniere gehen.

    Die häufigsten Formen

    Wie gesagt, die Formen, die nie sichtbar werden, sind bei weitem in der Überzahl. Auch dass immer mal wieder einige Pferde in einem Bestand husten, ist nichts Ungewöhnliches. In vielen Fällen dürften dabei Herpesviren eine Rolle spielen.
    Die Zeitspanne zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome dauert in der Regel drei bis zehn Tage. Bei komplikationslosem Verlauf bleibt’s je nach Subtyp bei einer Infektion der oberen Atemwege mit Fieber. Nach einer bis fünf Wochen ist der Spuk vorbei. Das Virus ist dann zunächst besiegt, verschwunden aber meist nicht.
    Überträgt eine trächtige Stute das Virus auf den Fetus, können Aborte die Folge sein. Neben Atemwegserkrankungen und Aborten gibt es eine dritte, immer häufiger werdende Form der EHV 4-Infektion: Entzündungen von Gehirn und Rückenmark, die oft tödlich enden. Darum scheint es sich bei den aktuellen Herpes-Fällen im Land zu handeln.
    Schließlich können auch Hautveränderungen an den Nüstern und bei Stuten im Scheidenbereich in Folge von EHV 4-Infektionen auftreten, was oft zu Verwechslungen mit einer Deckinfektion führt. Vermutet wird, dass zwischen allen Herpesviren des Pferdes mit Ausnahme von EHV 3 Wechselwirkungen bestehen, so dass die Symptomatik sehr komplex sein kann und Zuordnungen ohne den Nachweis des Virus im Labor nicht immer möglich sind.

    Herpesviren im Überblick

    Auch wenn die Grenzen fließend sind, wichtig sind vor allem vier Subtypen equiner Herpesviren:

    EHV 1: Spätaborte, lebensschwache Fohlen, vor allem bei Stuten nach der Geburt Befall des zentralen Nervensystems, Atemwegserkrankungen

    EHV 2: möglicherweise Entzündungen der Hornhaut im Auge

    EHV 3: Deckinfektion (Koitalexanthem), Hauptsymptom Bläschenausschlag

    EHV 4: Erkrankungen des Nervensystems, vor allem bei Fohlen Atemwegserkrankungen (Rhinopneumonitis), seltener Spätaborte, erhöhte Sterblichkeit bei der Geburt

    EHV 5 – 8: Bedeutung als Krankheitserreger weitgehend unbekannt

  2.   Alt 
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  3. #26 Aktuell!!! Pferde tot durch Herpes-Virus!!!

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    Ven_Tus_2008
    Zitat Zitat von Feanor
    herpes kann übrigens NICHT über den menschen ünertragen werden bzw. es ist noch kein fall bekannt, in dem das der fall war. verfallt nicht in panik.
    Das stimmt nicht, Fe. Die Übertragung über Menschen ist möglich.

    Auch indirekte Übertragung möglich

    Ausgeschieden wird es vor allem über das Nasensekret. Die Eintrittpforten sind die Schleimhäute des Atmungs- und Genitalapparates. Fohlen können sich bereits im Mutterleib anstecken. Hustende Pferde können das Virus direkt an ihre Nachbarn weitergeben.
    Aber auch die indirekte Übertragung durch Personen, Geräte und Ähnliches ist möglich. Konsequenterweise bedeutet das, dass was für Pferde in gefährdeten Betrieben empfohlen wird, auch für Menschen gelten sollte. Ausbilder, die Pferde oder Reiter auf verschiedenen Anlagen trainieren, sollten das ebenso wenig ohne Rücksprache tun wie Reiter an Lehrgängen teilnehmen oder auf Turniere gehen.

  4. #27 Aktuell!!! Pferde tot durch Herpes-Virus!!!
    Courage

    Herpes in Schleswig-Holstein

    Seid Gestern werden alle Turniere um Hamburger herum abgesagt, die Staatsanwaltschaft kümmert sich um die betroffene Tierklinik. Und ein Bekannter hat uns erzählt etliche Ställe in und um Hamburg und Bargteheide herum sind vorsichtshalber gesperrt kein Pferd raus und keins rein.

  5. #28 Aktuell!!! Pferde tot durch Herpes-Virus!!!
    Feanor
    ich habe extra mit meinem TA gesprochen und mich aufgrunddessen gegen eine impfung entschieden (zumal diese nicht gegen den EHV4, also den gefährlichen, wirkt). es gibt keinen nachgewiesenen fall, dass irgendein mensch jemals herpes an ein pferd übertragen hat.

    http://www.ltk-bw.de/html/startseite.html


    Herpes-Virus-Infektionen bei Pferden

    1. Empfehlung der Landestierärztekammer Baden-Württemberg ( Stand : 13.04.2005 )

    Im Raum Stuttgart und Karlsruhe sind einige Herpes-Virus-Fälle aufgetreten.

    Die Landestierärztekammer empfiehlt folgendes Vorgehen :

    * In gefährdeten Betrieben sollte der Betrieb für 3 Wochen ruhen, d.h. keine Pferde dürfen aus dem Stall in einen anderen verbracht werden und es dürfen keine fremden Pferde auf die Anlage kommen.
    * Eine Kur mit Baypamun (5mal im Abstand von 2 Tagen) wird empfohlen. Die Kur sollte nach 4 Wochen wiederholt werden.
    * Den Pferden sollten mindestens 14 Tage lang keine großen Anstrengungen abverlangt werden.

    Zusatzinfo zu Herpes-Virus-Infektionen

    Es ist davon ausgehen, dass ein großer Teil der Pferde Herpes-Virusträger ist, ohne erkrankt zu sein. Aus diesem Grund kann es bei diesen Pferden unter Stresssituationen zum Ausbruch der Erkrankung kommen. Für die anderen Pferde des Bestandes steigt dadurch der Infektionsdruck.

    Als gefährdeter Betrieb kann ein solcher angesehen werden, indem die Erkrankung ausgebrochen ist, oder einen Betrieb, in den Pferde aus einem Bestand mit manifesten Erkrankungen verbracht worden sind.

    Weil es sich bei Herpes-Virus-Infektionen der Pferde nicht um eine anzeigepflichtige Tierseuche handelt, gibt es auch keine besonderen veterinärpolizeilichen Maßnahmen. Daher ist in diesem Sinne eine „gefährdete Region“ nicht definiert.

    2. Prof.Dr.Dr.Peter Thein ( 21.04.2005) :

    Beteiligung von Equinen Herpesviren an der paretisch-paralytischen Verlaufsform

    des Pferdes

    Ursächliche Errreger : Equines Herpesvirus Typ 1 (EHV 1)

    Equines Herpesvirus Typ 4 (EHV 4)

    Beide Serotypen können allein oder in Gemeinschaft an der paralytisch-paretischen Form, auch Schlaganfall des Pferdes, beteiligt sein.

    Pathogenese :

    EHV 1 und EHV4 –Infektionen können über verschiedene Infektionswege verlaufen.

    Dementsprechend – und in Beziehung zu den unterschiedlichen biologischen Eigenschaften der infizierten Virusstämme – können unterschiedliche Zielorgane betroffen sein. Je nach primärem Replikationsort können wahrscheinlich unterschiedliche nervale oder weitere z.B. Gefäß- oder andere lymphatische Gewebe erreicht werden. Für beide, EHV1 und EHV4, wurde nachgewiesen, dass sie in der Lage sind, Neuronen zu infizieren und dort in Latenz zu gehen. Die Latenz beider Viren im Trigeminalganglion von natürlich wie experimentell infizierten Pferden erklärt eher die Pathogenese der respiratorischen als der sog. Zentral-nervösen Verlaufsform. Bei dieser Erkrankung ist an Latenz der Erreger in sensorischen Ganglien der Rückenmarksregion zu denken. Eine weitere Möglichkeit besteht im Endotheliotropismus vorwiegend der EHV1-Stämme als Grundlage der Pathogenese. Hier könnte es nach primärer Atemwegsinfektion zu einer leukozytenassoziierten Virämie kommen, in deren Folge infizierte Leukozyten vom Gefäßendothel aus die Endothelien weiterer, wahrscheinlich vieler Organe befallen können. In diesem Fall kommt es zur Immunkomplexbildung gefolgt von der Kaskade gefäßschädigender, vasoaktiver Amine und deren morphologischen und funktionellen Konsequenzen am Endothel des Neoparenchyms mit der Folge der klinischen Ausfälle.

    Morphologische Veränderungen

    Im Falle der paretisch – paralytischen Verlaufsform dominieren extravasale Blutungen in die graue und weiße Struktur des Rückenmarks immer das morphologische Geschehen. Diese Blutungen können auch in anderen Organsystemen nachgewiesen werden, sie werden natürlich klinisch eher manifest bei der Lokalisation im Nervengewebe als z.B. im Verdauungstrakt oder Atemweg. Die Thrombosierung von Gefäßen im nervalen Bereich führt des weiteren zur ischaemischen Degeneration von Neuronen mit Nekrosen. Immunpathologische Prozesse lösen demzufolge die Klinik weit eher aus als die direkte Infektion von Neuronengeweben. Daraus ableitend handelt es sich bei der Klinik um das Bild der Spinalen Ataxie mit lokomotorischen Störungen unterschiedlichher Schweregrade. Sensorische Störungen bleiben die absolute Ausnahme.

    Diagnose, Differentialdiagnose

    Das akute Bild des "Schlaganfalls" lässt keine andere klinisch begründbare Differentialdiagnose zu. Die hohe Überlebensrate bei diesem Infektionsverlauf gegenüber anderen infektiös bedingten, klassischen ZNS -Erkrankungen des Pferdes ist ein weiteres wichtiges Indiz für die EHV-Äthiologie. Dort stehen vor allem die Enzephalitissymptome im Vordergrund, während bei der EHV-Infektion die Leitsymptome der Erkrankung von der Myelopathie dominiert werden. Sie bestehen in Störungen der Mobilität unterschiedlicher Schweregrade und Ausfällen der Funktion spinaler Nerven.

    Wesentliche Daten zur klinischen Synopsis und zum Ausschluss von degenerativen Myeloeneephalopathien oder Myelopathien infolge Traumata, Vertebralstenose(n) usw.sind :

    1. Beginn und Fortschreiten der klinischen Symptome

    2. Hinweise auf infektiöse/parasitäre Ursachen (Fieber, Prodomal-Begleitsymptome)

    3. Grad und Lokalisation der Bewegungsstörungen (hinter- vs. Vordergliedmaßen)

    4. Asymmetrischer Bewegungslauf ?

    5. Neuroanatomisch lokalisierbare Symptome ?

    6. Palpierbare, sichtbare, darstellbare Abnormitäten, z.B. in der Hals-Nackenregion usw.

    Die Myelopathie nach EHV-Infektion führt in sehr kurzer Zeit beim betroffenen Pferd zu extrem steilen Titeranstiegen, vorwiegend gegenüber EHV1, geringer gegenüber EHV4. Diese hohen Titer humoraler, virusneutralisierender Antikörper können die Folge der ätiopathogenetisch vermuteten Immunkomplexbildung ebenso sein wie die Folge des starken immunologischen Boosters von EHV1 durch EHV4 infolge Doppelinfektion.

    Es wird empfohlen, zu Beginn der Erkrankung und wiederholt (2- bis 4-tägige Abstände) Serumproben zu entnehmen und in einem Untersuchungsgang im Virusneutralisationstest gegenüber EHV1 und EHV4 in entsprechend erfahrenen Labors untersuchen zu lassen.

    Zur Intra-vitam-Diagnostik geeignet ist die Untersuchung des Liquors nach Punktion der Cysterna magna sowohl zum Antigen- als auch zum Antikörpernachweis. Darüber hinaus kann der Liquor im klinisch chemischen Labor untersucht werden, da im Falle vorliegender EHV-Infektion folgende Veränderungen festgestellt werden können:

    - erhöhte Proteinkonzentration (>100mg/dl)

    - positive Eiweißlabilitätsprobe (Proben nach Pandy)

    - Xanthochromie (Gelbfärbung infolge Alteration im Gefäßendothel)

    - normale bis geringgradig erhöhte Zellzahl (<30/3 Zellen)

    - möglicherweise erhöhter Albuminanteil im Liquorprotein gegenüber dem Serumprotein.

    Im Falle des Todes der betroffenen Pferde bringt meist die patho-morphologische Untersuchung mit den dort aufgezeigten Veränderungen Gewissheit. Diese wird bestätigt durch die molekularvirologische (DNA-Hybridisierung, PCR) Untersuchung entsprechender Proben neuralen Gewebes und/ oder Liquorflüssigkeit zum Antigennachweis. Virusisolationsversuche der Proben in sensiblen Gewebekulturen sollten diese diagnostischen Bemühungen in jedem Fall begleiten.

    Therapie

    Symptomatische Maßnahmen und vorbeugend durchzuführende Schutzimpfungprogramme dominieren die iatrogenen Möglichkeiten. Die bisher publizierten Versuche, die paretisch-paralytische Verlaufsform mit einem Virostatikum wie Aciclovir zu therapieren, rechtfertigen keineswegs eine Empfehlung für die tägliche Praxis. Schwerpunkte der pragmatisch vorgenommenen Therapie sind gerinnungsfördernde, roborierende und paramunisierende Maßnahmen.

  6. #29 Aktuell!!! Pferde tot durch Herpes-Virus!!!
    Feanor
    Schutzimpfung

    Die Manifestation der EHV1/EHV4-Infektion am Gefäßsystem mit der Folge der sekundären Störungen im neuralen Parenchym muss als eine generell mögliche Form des klinischen Verlaufs dieser Infektion angesprochen werden. Damit folgt auch die Immunpräventive den gleichen Grundsätzen wie bei der Manifestation am Atemweg und/oder am Urogenitalsystem.

    Langjährige Beobachtungen der Praxis zeigen jedoch, dass auch ansonsten ungeimpfte Pferde oder ganze Bestände bei Auftreten dieser Infektionsform überstürzt und planlos mit allen verfügbaren Herpesimpfstoffen geimpft werden. Dies führte in einigen Jahren bis zum Ausverkauf verfügbarer Impfstoffe. Diese dann als Notimpfung verkaufte Maßnahme entbehrt im Falle der vorliegenden persistenten Infektionen wissenschaftlich jeder Grundlage, denn hier existieren "Notimpfungen" per se nicht. Den Besitzern gegenüber wird leider so argumentiert, man könne durch diese Impfung bereits angelaufene klinische Fälle stoppen. Dies ist im Falle angelaufener Aborte medizinisch wirkungslos, aber klinisch verträglich. Im Falle der hier diskutierten paretisch-paralytischen Verlaufsform, bei der wir ohnehin eine überschießende Immunreaktion als Teil der Pathogenese einzukalkulieren haben, ist diese Maßnahme jedoch kontraindiziert.

    3. Kolloquium zur Herpes-Virus-Infektion, Landestierärztekammer (13.04.2005 )

    Fragen an Prof.Dr.Dr.Thein und dessen Antworten:

    A. Geeignetes Labor zur Feststellung der Infektion mit Herpes-Viren :

    a. Welche Labors sind in der Lage, Herpes-Viren zu bestimmen ?

    Thein : Es kommt auf das Können sowie die Interpretation, den Zeitpunkt sowie die Wahl

    der Proben an.

    Er empfiehlt : Kerstin Borchers, FU Berlin, Tel. 030-838-539 51, Fax -555 61

    Akademische Mitarbeiterin des Instituts für Virologie,

    Freie Universität Berlin, Königin-Luise-Str. 49 (Domäne Dahlem), 14195 Berlin,

    virologie@vetmed.fu-berlin.de , http://www.vetmed.fu-berlin.de/we05/

    b. Was benötigt das Labor ?

    Thein : Plasma

    B. Ist eine Übertragung der Viren durch Personen möglich ?

    Thein : eigentlich nicht

    Hinsberger: Theoretisch möglich, praktisch selten.


    C. Impfung

    a. Grund-Immunisierung

    Thein : Impfschutz besteht nur nach einer korrekten Grundimmunisierung, d.h. wenn

    früher nur eine Grippe-Impfung erfolgt ist, muss bei erstmaligem Einsatz eines

    Kombinationspräparaten (Grippe + Herpes) eine Grundimmunisierung erfolgen,

    um den Impfschutz für die zusätzliche Impfung sicherzustellen. Dies ist auch

    erforderlich, wenn bisher nur gegen EHV1 geimpft wurde und nun auch gegen

    EHV 4 geimpft werden soll.

    Des weiteren muss nach der Grundimmunisierung regelmäßig im Abstand von

    6 Monaten geimpft werden.

    Wird dieser Zeitraum überschritten (auch nur um 1 Woche) ist eine erneute

    Grundimmunisierung erforderlich.

    b. Ersatz-Impfung mit Prevaccinol (statt Resequin NN Plus) :

    Thein: Aufgrund von Lieferproblemen bei Resequin NN Plus wurde ersatzweise mit

    Grippe-Impfstoff + Prevaccinol geimpft.

    Es besteht daher nur ein Grippe-Schutz, aber kein EHV-Schutz !

    c. Zeitpunkt der Impfung

    Thein: Fohlen haben erst nach dem 1.Lebensjahr ein dem erwachsenen Pferd ent-

    sprechendes Immunsystem. IdR wird zu früh geimpft.

    Empfehlung : Grundimmunisierung nicht vor dem 6.Lebensmonat + Wieder-

    holungsimpfung nach 6 – 8 Wochen, dann im Abstand von 6 Monaten.

    d. Immunstärkung sinnvoll ?

    Thein : Ja, immer, wenn Stress zu erwarten ist : zB Verladen, Turnier.

    Nur „Baypamune“ / „Zylexis“ (neuer Name beim Hersteller Pfizer) sinnvoll !

    f. Reaktion auf Kombi -Impfung :

    Thein : Zusätzlich „Baypamune“ geben.



    D. Aktuelle Erkrankungen

    a. steigende Zahl der Infektionen trotz steigender Impfdisziplin ?

    Die Infektion tritt jedes Jahr im Frühjahr auf.

    Die Pferdezahl ist gestiegen, so dass mehr Pferde erkranken.

    Des weiteren hat der internationale Pferdeverkehr zugenommen, wodurch sich die

    Infektionsgefahr erhöht.

    b. Wieviele aktuelle Todesfälle wurden durch Herpes verursacht ?

    Den Teilnehmern sind 7 Pferde bekannt.

    Pettrich: Bei der Tierkörperbeseitigungsstelle ist keine auffällige Steigerung der Todes-

    zahlen festzustellen.
    [/quote]

  7. #30 Aktuell!!! Pferde tot durch Herpes-Virus!!!

    Bisherige Benutzernamen:

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    • HorseWomen
    Ven_Tus_2008
    @Fe,

    ich habe auch nicht geschrieben das ich einen Fall kenne, wo der Mensch den Virus weitergibt, aber es ist möglich und kann dadurch passieren.


    Und wenn der Mensch es nicht übertragen könnte, warum hat dann mein Schmied und TA gefragt wo er in Stall kam, ob wir betroffen wären??? Wenn ja, wäre der Schmied nämlich wieder gefahren, da er auch in größeren int. Turnierställen beschlägt.

    Grüßle HW

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