Tarpan
Beim ursprünglichen Tarpan handelt es sich um ein graues oder falbes, mittlerweile ausgestorbenes, Wildpferd mit Aalstrich und Zebrastreifen an den Beinen, welches lange Zeit als Urahn europäischer Hauspferde galt.
Diese Vermutung wurde aber vor geraumen Jahren widerlegt. Man unterschied bei diesem Pferd zwei Typen, den Waldtarpan und den Steppentarpan. Der Waldtarpan lebte in Mitteleuropa und starb im 19. Jahrhundert aus. Die letzten Tiere lebten in Polen, wo man sie fing und sich ihre Spur, nach einiger Zeit Gefangenschaft in einem privaten Zoo, verlief, da dieser geschlossen wurde. Sie hatten die Statur von Ponys, erreichten ein Stockmaß von 130 cm, galten als nicht reitbar und wurde als Fleischlieferant, wie auch der Steppentarpan, gejagt und ausgerottet.
Der zweite Typ, der Steppentarpan, war etwas größter als der Waldtarpan und hauptsächlich in den Weiten Russlands anzutreffen. Seine Unterart, die Przewalski-Pferde, besiedelten die Steppen Chinas und der Mongolei. Während auch der Steppentarpan inzwischen ausgestorben ist, der letzte freilebende Vertreter dieser Art starb im Jahr 1879, konnte das Przewalski-Pferd in Tierparks überleben und hat sich so gut vermehrt, dass mittlerweile einige Tiere in der ehemaligen Heimat ausgewildert werden konnten. Seit 1930 arbeitet man im Tierpark Hellabrunn daran, den Tarpan zurück zu züchten. Hierzu wurden Przewalski-Pferde mit Koniks und Dülmener Pferden verpaart. Das heutige Ergebnis dieser Rückzüchtung ist mit dem ursprünglichen Tarpan optisch identisch. Vom Wesen her sind sie sehr eigenwillige, genügsame und robuste Tiere.